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Einsatzdienst - mehr als nur "Feuer löschen"

Die Feuerwehren sind immer dann zur Stelle, wenn „Not am Mann“ ist und andere nicht mehr weiter wissen. Das weiß jedes Kind! Aber wussten Sie auch, dass mehr als 90 Prozent der Feuerwehrmänner und –frauen in Deutschland ihre Arbeit ehrenamtlich verrichten, sich also neben ihrem zivilen Beruf zu Feuerwehrleuten ausbilden lassen und zum Einsatz ausrücken, um anderen Menschen zu helfen? Berufsfeuerwehren gibt es nämlich nur in Großstädten – in Schleswig-Holstein in gerade einmal vier in den Städten Kiel, Lübeck, Flensburg und Neumünster. Die Freiwilligen Feuerwehren bilden damit eine wichtige Säule der Sicherheit in unserem Land.


Die Arbeit der Feuerwehr ist umfangreich. Da geht es um Brandbekämpfung und technische Hilfeleistung. Um medizinische Versorgung, den Umgang mit Gefahrengütern und vielem mehr – und nicht zuletzt deshalb lebt die Freiwillige Feuerwehr von der Vielseitigkeit seiner Einsatzkräfte. Ob Kaufmann, Arzt, Schlosser oder Berufskraftfahrer: In der Freiwilligen Feuerwehr hat jeder die Möglichkeit, seine individuellen Fähigkeiten mit einzubringen. Das notwendige Wissen hierfür erlernen Feuerwehrleute im Rahmen von Lehrgängen in der örtlichen Wehr, an der Kreisfeuerwehrzentrale in Tornesch-Ahrenlohe (Grundlehrgänge) oder an der Landesfeuerwehrschule in Harrislee bei Flensburg (Fach- und Führungslehrgänge).

 

Voraussetzungen sind für die Tätigkeit im Einsatzdienst der Freiwilligen Feuerwehr Seester sind ein Wohnsitz oder Arbeitsplatz innerhalb der Gemeinde sowie ein Mindestalter von 18 Jahren, wobei die Grundausbildung bereits mit 17 Jahren begonnen werden kann. Ebenso bedingt die Tätigkeit eine gewisse körperliche und geistige Fitness. Frauen sind uns selbstverständlich ebenso willkommen wie Männer. Bereits heute verrichten bereits mehrere Feuerwehrfrauen ihren Dienst in der Feuerwehr Seester und freuen sich immer über Zuwachs.

 

Interesse? Sprechen Sie uns an und wir klären Ihre Fragen gerne in einem persönlichen Gespräch.

 

 

Die Ausbildung eines Feuerwehrmanns/einer Feuerwehrfrau

Der Einstieg in den Einsatzdienst der freiwilligen Feuerwehr kann auf zwei Arten erfolgen: entweder als Mitglied der Jugendfeuerwehr im Laufe des 18. Lebensjahres oder zu einem späteren Zeitpunkt direkt als Feuerwehrmann-Anwärter. Die folgende Ausbildung des (angehenden) Feuerwehrmanns bzw. der Feuerwehrfrau ist in der sogenannten "Feuerwehr-Dienstvorschrift 2" (FwDV 2 - "Ausbildung der freiwilligen Feuerwehren") geregelt.
Von Anfang an läuft der Anwärter in der Mannschaft mit und bekommt auf Dienst- und Übungsabenden sowie bei Einsätzen das Handwerk der Feuerwehr beigebracht. Darüber hinaus werden vor allem in den ersten fünf Jahren verschiedene Lehrgänge beim Kreisfeuerwehrverband Pinneberg besucht:

  • 1. Truppausbildung
    • 1.1 Truppmann Teil 1 (Grundausbildungslehrgang)
    • 1.2 Truppmann Teil 2
    • 1.3 Truppführer
       
  • 2. Technische Ausbildungen
    • 2.1 Sprechfunk
    • 2.2 Atemschutzgeräteträger
    • 2.3 Maschinist
    • 2.4 Technische Hilfeleistung


Daüber hinaus können je nach Neigung und Interesse des Feuerwehrdienstleistenden weitere spezielle Lehrgänge beim Kreisfeuerwehrverband Pinneberg und der Landesfeuerwehrschule Schleswig-Holstein in Flensburg-Harrislee besucht werden. Dazu gehören u.a.

  • 3. Ergänzende Ausbildung und Sonderausbildungen
    • 3.1 Sanitäter/in
      in Kooperation mit dem DRK Kreisverband Pinneberg zur Eigenabsicherung des Feuerwehrpersonals bei Einsatz und Übung sowie zur Unterstützung des Rettungsdienst- und Sanitätspersonals bei größeren Schadenslagen
    • 3.2 Brandschutzerziehung und Aufklärung
      Siehe hierzu auch unsere Rubrik Brandschutzerziehung
    • 3.3 Motorkettensäge
      Der Umgang mit der Motorkettensäge sowie das sachgerechte Fällen und Zersägen von unter Spannung stehenden Bäumen wird auf diesem Lehrgang behandelt, welcher von verschiedenen Organisationen und Berufsbildungswerken angeboten wird.
    • 3.4 Gefährliche Stoffe und Güter/ABC-Einsatz
      Für die Arbeit in der Ortswehr oder den kreisweiten Einsatz im ABC-Dienst/Löschzug-Gefahrgut des Kreises
    • 3.5 Technische Hilfeleistung und Brandbekämpfung im Bahnbereich
      Für Feuerwehren, in deren Einsatzbereich sich Gleisanlagen befinden

 

Weiterhin werden regelmäßig Tagesseminare und -Fortbildungen von Kameraden besucht, um sich in bestimmten Bereichen fortzubilden oder das Wissen auf den neuesten Stand zu halten, z.B.

  • Seminar "Patientengerechte Unfallrettung"
  • Seminar "Fahrtraining Drehleiter-Korb"
  • Seminar "Notfall-Türöffnung / Zutrittsverschaffung"
  • Erste-Hilfe-Training (Ersthelfer) bzw. Sanitätsdienst-Fortbildung (Sanitäter)
  • Atemschutz-Notfalltraining
  • Brandgewöhnungsanlage/Übungscontainer bzw. Realbrandausbildung

 

 

Kameraden, die innerhalb der Wehr Führungsaufgaben oder Fachwartsaufgaben übernehmen oder übernehmen wollen, müssen hierfür weitere Fach- und Führungslehrgänge besuchen. Lehrgänge an der Landesfeuerwehrschule finden im Internatsbetrieb über ein oder zwei Wochen an der LFS in Harrieslee statt. Neben modernen Schulungsräumen und Lehrsäälen verfügt die LFS auch über ein großes Übungsgelände, wo die Kameraden hervorragend auf ihre künftigen Tätigkeiten vorbereitet werden. Des weiteren finden einige Lehrgänge im ehemaligen Katastrophenschutzzentrum in Rendsburg statt.

  • 4. Funktionsbezogene Ausbildungen
    • ​4.1 Gerätewartung (35 Stunden)
    • 4.2 Atemschutzgerätewartung (35 Stunden)
    • 4.3 Jugendfeuerwehrwart (35 Stunden)
  • 5. Führungsausbildung
    • ​5.1 Gruppenführung I + II (70 Stunden)
    • ​5.2 Zugführung I + II (70 Stunden)
    • 5.3 Verbandsführung (35 Stunden)
    • 5.4 Einführung in die Stabsarbeit (35 Stunden)
    • 5.5 Leiten einer Feuerwehr (35 Stunden)
    • 5.6 Ausbilder in der Feuerwehr (35 Stunden)
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