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22.06.2014, FEU 7, Dachstuhlbrand Hochhaus

Datum: Sonnabend, 21. September 2014, 22:50 Uhr
Einsatzort: Elmshorn, Beethovenstraße
Einsatz: FEU 7, Dachstuhlbrand Hochhaus
Eingesetzte Kräfte: FF Seester (3 Fahrzeuge, 35 Kräfte), diverse (siehe unten)
Einsatzleiter: EHBM Stefan Mohr (Wehrführer FF Elmshorn)

 

Elmshorn – Es ist der größte Feuerwehreinsatz der jüngeren Vergangenheit in Elmshorn und im Kreis Pinneberg. Am späten Samstagabend geriet aus noch unbekannter Ursache der Dachboden eines achtstöckigen Wohnblocks an der Beethovenstraße in Brand. Sieben Bewohner wurden im Verlauf des Einsatzes mit Verdacht auf Rauchgasintoxikation vorsorglich in verschiedene Kliniken verbracht; ein Feuerwehrmann knickte um und musste ebenfalls im Krankenhaus behandelt werden. Der Sachschaden dürfte mehr als eine Million Euro betragen. Sämtliche Wohnungen des Blockes sind unbewohnbar. 430 Einsatzkräften aus zwölf  freiwilligen Feuerwehren, dem Rettungsdienst der RKiSH, des Deutschen Roten Kreuzes, des Technischen Hilfswerks und der Polizei gelang es aber, ein Überspringen des Feuers auf den zweiten, gleich großen Trakt des Blocks zu verhindern.

Als das Feuer unmittelbar nach Abpfiff des WM-Spiels zwischen Deutschland und Ghana entdeckt wurde, hatte es sich offenbar schon fast auf die komplette Länge des Dachtraktes mit einer Grundfläche von etwa 1000 Quadratmeter  ausgebreitet. Es gingen zahlreiche Notrufe bei der Kooperativen Regionalleitstelle West in Elmshorn ein. Noch auf der Anfahrt ließ Einsatzleiter Sven Stade auf Vollalarm für die Freiwillige Feuerwehr Elmshorn erhöhen und orderte ein drittes Hubrettungsgerät aus Uetersen. Weitere Nachalarmierungen folgten zu Beginn fast im Minutentakt. Darunter waren weitere Drehleitern aus Pinneberg und Itzehoe, so dass die Brandbekämpfung von außen über fünf Hubrettungsgeräte vorgenommen wurde. Letztlich ist die höchste zu vergebene Alarmstufe FEU 7 (Feuer, sieben Züge) erreicht. Tatsächlich sind es vom Personaleinsatz her mehr als zehn Züge.

Die voll ausgefahrenen Leitern erreichten so gerade noch den Dachbereich. Parallel arbeitete ein Trupp vom Dach des nicht betroffenen linken Gebäudetraktes mit einem Strahlrohr.

Den gefährlichsten Part der Brandbekämpfung hatten die Trupps, die über die beiden Treppenhäuser unter schwerem Atemschutz im Innenangriff vorgingen. Das Feuer entwickelte eine enorme Hitze, so dass sich die Helfer immer nur kurze Stücke vorarbeiten konnten. Der enorme Wasserbedarf hatte unvermeidbare Folgeschäden in allen Wohnungen zu Folge. Das Wasser schoss die Treppen herunter; im Keller stand es zeitweise mehr als einen Meter hoch. Hier setzte das THW eine große Pumpe zum Lenzen ein. 

Wegen des Bedarfs an Atemschutzgeräteträgern wurden nach und nach weitere Wehren alarmiert. Der Schlauchwagen des Kreisfeuerwehrverbandes Pinneberg war im Pendelverkehr zwischen Kreisfeuerwehrzentrale und Einsatzstelle unterwegs, um Atemluftflaschen anzuliefern. 

Den Kräften gelang es, mit der Morgendämmerung das Feuer unter Kontrolle zu bringen. Die Nachlösch- und Aufräumarbeiten dauerten bis 11 Uhr.

Den Bewohnern wurde als Notquartier in Absprache mit der Stadt Elmshorn die Sporthalle einer Schule am Krückaupark angeboten. 25 Frauen und Männer nutzten dies; sie wurden vom Deutschen Roten Kreuz betreut. Das Gros kam privat bei Verwandten oder Freunden unter. 

Die 105 Wohnungen in zwei der drei Eingänge des achtstöckigen Wohnblocks sind derzeit unbewohnbar.  Nach Abschluss der Löscharbeiten durften Bewohner einzeln in Begleitung von Feuerwehr oder Polizei für kurze Zeit ihre Wohnungen aufsuchen, um die wichtigsten Habseligkeiten wie Papiere, Medikamente oder Kleidung zu suchen und einzupacken. 

In den Vormittagsstunden waren Elmshorner Bürgermeister Volker Hatje und Stadtrat Dirk Moritz zusammen mit Sybille Lamke vom Amt für Bürgerbelange vor Ort. Die Stadt weist den Betroffenen bei Bedarf vorübergehen Hotelzimmer zu. Parallel dazu versucht der Verwalter des Objekts, die Deutsche Annington, ebenfalls Ersatzunterkünfte – zum Beispiel derzeit leer stehende Wohnungen aus dem Bestand auch in Nachbarstädten Elmshorns – bereitzustellen.  

Der Sachschaden dürfte mehr als eine Million Euro betragen. Die Brandursache ist noch völlig unklar. 


Nachtrag:

Elmshorn - Für die Feuerwehren und das Technische Hilfswerks ist der Großeinsatz an der Elmshorner Beethovenstraße nach mehr als zwölf Stunden beendet. In der Spitze waren mehr als 430 Einsatzkräfte tätig. Die auswärtigen Kräfte konnten ab 5.30 Uhr nach und nach aus dem Einsatz entlassen werden. Die Nachlöscharbeiten der FF Elmshorn zogen sich bis etwa 11 Uhr hin. Ergänzend zu unserer ersten Mitteilung hat sich die Zahl der verletzten Personen auf acht erhöht. Sieben Personen wurden in den Regiokliniken Elmshorn und Pinneberg mit Verdacht auf Rauchgasinhalation behandelt, drei von ihnen stationär aufgenommen. Außerdem wurde ein Feuerwehrmann, der umgeknickt war, behandelt.

Die 105 Wohnungen in zwei der drei Eingänge des achtstöckigen Wohnblocks sind derzeit unbewohnbar. Nach Abschluss der Löscharbeiten durften Bewohner einzeln in Begleitung von Feuerwehr oder Polizei für kurze Zeit ihre Wohnungen aufsuchen, um die wichtigsten Habseligkeiten wie Papiere, Medikamente oder Kleidung zu suchen und einzupacken. In den Vormittagsstunden waren Elmshorner Bürgermeister Volker Hatje und Stadtrat Dirk Moritz zusammen mit Sybille Lamke vom Amt für Bürgerbelange vor Ort. Die Stadt weist den Betroffenen bei Bedarf vorübergehen Hotelzimmer zu. Parallel dazu versucht der Verwalter des Objekts, die Deutsche Annington, ebenfalls Ersatzunterkünfte - zum Beispiel derzeit leer stehende Wohnungen aus dem Bestand auch in Nachbarstädten Elmshorns - bereitzustellen. In der Nacht hatten etwa 25 Personen die als Notunterkunft bereit gestellte Sporthalle der Elsa-Brändström-Schule aufgesucht, wo sie vom Deutschen Roten Kreuz betreut wurden. Das DRK stellte auch die Versorgung der Einsatzkräfte mit Getränken und warmem Essen sicher. Die Löscharbeiten waren schwierig, aufwändig und gefährlich gewesen. Über vier Drehleitern und ein Teleskopmastfahrzeug wurde das Dach mit Wasserwerfern gekühlt. Eine direkte Brandbekämpfung war erst möglich, als sich das Feuer durch die mehrlagige Dachpappe gefressen hatte. Parallel arbeitete ein Trupp vom Dach des nicht betroffenen linken Gebäudetraktes mit einem Strahlrohr. Den gefährlichsten Part der Brandbekämpfung hatten die Trupps, die über die beiden Treppenhäuser unter schwerem Atemschutz im Innenangriff vorgingen. Das Feuer entwickelte eine enorme Hitze, so dass sich die Helfer immer nur kurze Stücke vorarbeiten konnten. Der enorme Wasserbedarf hatte unvermeidbare Folgeschäden in allen Wohnungen zu Folge. Das Wasser schoss die Treppen herunter; im Keller stand es zeitweise mehr als einen Meter hoch. Hier setzte das THW eine große Pumpe zum Lenzen ein. Eine genaue Übersicht über die Zahl der eingesetzten Atemschutztrupps oder die verbrauchten Atemluftflaschen liegt noch nicht vor. Viele Träger waren aber mindestens zweimal unter Atemschutz im Einsatz.

Kräfte Freiwillige Feuerwehren Elmshorn, Klein Nordende, Uetersen, Pinneberg, Itzehoe, Horst, Kölln-Reisiek, Rellingen, Seester, Seestermühe, Seeth-Ekholt und Barmstedt Technisches Hilfswerk Ortsvereine Elmshorn, Pinneberg, Barmstedt, Itzehoe, Bad Segeberg, Wahlstedt Rettungsdienst RKiSH: mehrere RTW, NEF, OrgL, LNA und dienstfreie Kräfte Deutsches Rotes Kreuz: Betreuungseinheiten der SEG Polizei und Kripo

 

Texte: Kreisfeuerwehrverband Pinneberg

 

Videos:

 

(C) 2014 KFV Pinneberg / M. Bunk
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