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FF Seester erhält Pkw-Löschdecke

21.08.2021

Die Elektromobilität nimmt auch im Kreis Pinneberg immer weiter zu. Inzwischen wurden mehr als 6.500 Fahrzeuge im Kreisgebiet als Elektro- oder Hybrid-Fahrzeug zugelassen – mit Batterie oder aufladbarem elektrischen Speicher. Rund 3.000 Fahrzeuge fahren mit einem E-Kennzeichen.

 

Doch was, wenn die in Elektrofahrzeugen verbauten Lithium-Akkus überhitzen und anfangen zu brennen? Sobald die Feuerwehr das Fahrzeug erfolgreich abgelöscht hat, muss die Batterie heruntergekühlt werden, um sich nicht erneut von selbst durch einen chemischen Prozess wieder zu entzünden. Das kann auch noch bis zu 48 Stunden nach dem Brand passieren.

 

Löschdecken werden dazu eingesetzt, das abgelöschte Fahrzeug darin quasi einzupacken und somit einer möglichen neuen Entzündung den nötigen Sauerstoff zu nehmen. Die Decken können nach einer fachgerechten Reinigung immer wieder eingesetzt werden.

 

Gerade weil der Kreis einen großen Wert auf die Steigerung der Elektromobilität legt, muss auch der Aspekt der Sicherheit mitgedacht werden. Der Ausschuss für Umwelt, Sicherheit und Ordnung hatte auf Initiative des Kreisbrandmeisters Frank Homrich im Herbst 2020 beschlossen, die Löschdecken zu beschaffen und den Feuerwehren zur Verfügung zu stellen, die regelmäßiger zu Einsätzen mit brennenden Elektroahrzeugen gerufen werden. Das ist insbesondere im Bereich der Autobahnen und Bundesstraßen der Fall.

 

Nachdem die 20 Löschdecken nun eingetroffen sind, können sie an die 18 Feuerwehren übergeben werden, die ermittelt wurden, indem man um die jeweiligen Wachenstandorte und  Feuerwehrhäuser einen Einsatzradius gezogen hat. Damit ist eine flächige Abdeckung für den ganzen Kreis möglich. Selbstverständlich werden die Decken aber auch im Rahmen von Amtshilfe überörtlich zur Verfügung gestellt, wenn eine Wehr zum Einsatz gerufen wird, die keine solche Löschdecke auf dem Wagen hat.

 

Zu diesen 18 Feuerwehren gehört auch die FF Seester, welche die Löschdecke in der vergangenen Woche entgegen nehmen konnte. Eine weitere Löschdecke wird auf der zum Kreis Pinneberg gehörenden Nordseeinsel Helgoland vorgehalten, die 20. und letzte Löschdecke für Übungs- und Ausbildungszwecke vom Kreisfeuerwehrverband an der FTZ in Tornesch-Ahrenlohe verwendet.

 

Der Kreis hat 50.000 € für die Löschdecken ausgegeben. Die Tasche mit der Löschdecke hat ein Gewicht von ca. 42 kg und ein Packmaß von ca. 120 cm x 40 x 20 cm. Die Gesamtgröße der Decke beträgt einsatzbereit 6 x 8 m.

 

„Ich finde es sehr schön, dass die Politik des Kreises den kommunalen Feuerwehren ein weiteres Löschmittel zur Verfügung stellt, um E-Brände von Fahrzeugen bekämpfen zu können. Die Löschdecke ist ein effektives und umweltschonendes Mittel, um auch in entferntesten Ecken, wo die Wasserversorgung nicht so gut ist, Brände löschen zu können“, so der Kreiswehrführer Frank Homrich.

Der Kreisumweltausschussvorsitzender Thomas Grabau zeigt sich ebenfalls erfreut: „Der Ausschuss hat sich Gedanken gemacht, wie E-Brände bekämpft werden können und beschloss mit großer Mehrheit, 20 Löschdecken, bzw. 50.000€, zur Verfügung zu stellen. Es waren viele Punkte, die hierzu geführt haben, vor allem aber aus Gründen der Sicherheit und des Umweltschutzes.“

 

(Ergänzte Pressemitteilung der Kreisverwaltung Pinneberg)

 

Wie effektiv eine Löschdecke eingesetzt werden kann, hat der Kreisfeuerwehrverband Segeberg in einem Versuch ermittelt und per Video dokumentiert:

 

Bild zur Meldung: Eine Löschdecke wie diese, hier getestet vom KFV Segeberg, erhielt die FF Seester