Blinder Alarm in Seester

Am Mittwoch Abend, dem 10. Mai 2006, schrillten gegen 19.05 Uhr die Funkmeldeempfänger der Seesteraner Feuerwehrkameraden. Gemeldet wurde eine starke Rauchentwicklung auf einem landwirtschaftlichen Betrieb an der Straße Kurzenmoor.

Der ELW 1 der Feuerwehr Seester war innerhalb weniger Minuten nach Alarmauslösung vor Ort. LF 8/6 und TSF auf der Anfahrt. Mehrere verletzte Personen waren aus einer völlig verqualmten Lagerhalle zu retten, eine mit Reet eingedeckte Scheune, das Hauptgebäude, sowie ein weiteres Einfamilienhaus auf dem Grundstück galt es zu schützen.
Die nächstgelegenen Wasserquellen, ein Unterflurhydrant und ein Borhbrunnen, befinden sich in diesem Bereich aufgrund der von der Hauptstraße etwas abgelegenen Bauernhöfe in mehreren Hundert Metern Entfernung.

Aufgrund der Lage und des anzunehmenden großen Materialbedarfs an Schläuchen und Atemschutzgeräten wurde umgehend die Freiwillige Feuerwehr Klein Nordende zur nachbarschaftlichen Löschhilfe nachalarmiert.
Gemeinsam wurde eine Wasserversorgung aufgebaut und die Menschenrettung unter schwerem Atemschutz in der verrauchten Halle durchgeführt. Zum Einsatz kamen neben diversen Strahlrohren auch der Monitor des Klein Nordender LF 16/12, sowie zwei Hydroschilder zum Schutz und Kühlung der Nachbargebäude.

Zum Glück stellte sich für die eingesetzten Kamerade schnell heraus, dass es sich bei diesem "Einsatz" lediglich um eine von Wehrführer Hermann Stieler angesetzte Alarmübung handelte, welche die beiden Feuerwehren aus Klein Nordende und Seester jährlich im Wechsel in einer der beiden Gemeinden durchführen.

Bei der anschließenden Manöverkritik bei Brot und Bockwurst wurden nur kleinere Dinge ausgemacht, die es zu verbessern gilt und die gute Zusammenarbeit der beiden Feuerwehren gelobt.

Als Problematisch ist in diesem Bereich der Gemeinde aber die Wasserversorgung anzusehen. Aufgrund der relativ weiten Entfernung von Borhbrunnen und Hydranten ist im Falle eines Realeinsatzes unbedingt mindestens eine zweite Feuerwehr zu alarmieren, da eine große Stückzahl an Schläuchen und Pumpen, sowie umfangreiches Personal benötigt wird.


FF Seester: ELW 1, LF 8/6, TSF (ca. 25 Kameraden)
FF Klein Nordende: ELW 1, LF 16/12, LF 10/6, TSF (ca. 30 Kameraden)


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Fotos: Frank Hinrichs, Kay Stieler

 

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