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Alarmierung:
01.05.2010, 14:31 Uhr
Einsatzende: 01.05.2010, ca. 18:00 Uhr
Einsatzort: Klostersande, 25336 Elmshorn
Einsatzstichwort: FEUER f3, Nachbarschaftliche Löschhilfe,
Dachstuhlbrand
Eingesetzte Kräfte:
FF Seester mit 3 Fahrzeugen und 27 Kameraden
FF Elmshorn mit 12 Fahrzeugen und ca. 51 Kameraden
FF Kl. Nordende mit 4 Fahrzeugen und ca. 29 Kameraden
KFV Pinneberg mit Schlauchwagen, Kreispressewarte
Rettungsdienst RKiSH mit 2 RTW
Polizei und Kriminalpolizei
Einsatzleitung: Stefan Mohr, Wehrführer FF Elmshorn
Elmshorn -
Etwa 100 Kräfte der freiwilligen Feuerwehren Elmshorn, Seester und
Klein Nordende haben am Sonnabend mehrere Stunden ein Großfeuer
in der Elmshorner Innenstadt bekämpft. Aus noch unbekannter Ursache
brannte der Dachstuhl eines dreistöckigen Gebäudes an der Ecke
Klostersande/Hafenstraße nahezu komplett nieder. Den Feuerwehren
gelang es aber, das Übergreifen des Brandes auf ein direkt angebautes
Nachbargebäude zu verhindern.
Zwei Bewohner des betroffenen Gebäudes wurden vor Ort wegen leichter
Rauchgasinhalation behandelt. Im weiteren Einsatzverlauf meldete sich
eine Bewohnerin eines vorsorglich geräumten Nachbargebäudes
beim Rettungsdienst mit Symptomen einer Rauchgasintoxikation; sie wurde
ins Krankenhaus Elmshorn eingeliefert.
Die Feuerwehr Elmshorn ist um 13:47 Uhr nach dem Stichwort "Feuer
groß" mit zwei Zügen alarmiert worden. Beim Eintreffen
der ersten Kräfte hatten bereits alle Bewohner das Gebäude verlassen.
Zwei von Ihnen wurden ambulant aufgrund von Atembeschwerden behandelt.
Einsatzleiter Stefan Mohr ließ bereits nach einer ersten Lageeinschätzung
auf Sicht Vollalarm für die Freiwillige Feuerwehr Elmshorn geben.
Die ersten Maßnahmen: Auf der Hafenstraße ging das Teleskopmastfahrzeug
in Stellung; die Drehleiter auf Klostersande. Über die Körbe
wurden Außenangriffe vorbereitet. Zeitgleich versuchten sich weitere
Kräfte durch das Treppenhaus den Weg zum Brandherd zu bahnen. Das
gestaltete sich in dem alten und verwinkelten Gebäude als schwer
bis unmöglich. "Das Dachgeschoss war verbaut und verwinkelt.
Wir konnten nicht zum Brandherd vordringen", erläuterte der
Elmshorner Wehrführer. Stefan Mohr ließ wegen des absehbaren
großen Bedarfs an Atemschutzgeräteträgern nach einer Dreiviertelstunde
die Freiwillige Feuerwehr Seester alarmieren. Im weiteren Einsatzverlauf
rückte auch die FF Klein Nordende vorrangig mit Geräteträgern
an. Trotz der eingeleiteten Löscharbeiten dehnte sich das Feuer in
Zwischendecken und unter dem Dach aus Teerpappe weiter aus. Die Konzentration
lag in dieser Phase darauf, von der Seite Klostersand über die Drehleiter
mit Löschnägeln, so genannten Fog Nails, die Flammen an der
Brandmauer zum direkt angebauten Nachbarhaus aufzuhalten. "Das ist
uns auch gelungen", so Mohr. Im Brandobjekt selbst musste der Innenangriff
zeitweise unterbrochen werden, weil die Gefahr einer Durchzündung
mit massiver Gefahr für die eingesetzten Kräfte drohte. Genau
das passierte auch nach einer Dreiviertelstunde. Von da an wurde über
die Monitore der Hubrettungsfahrzeuge gelöscht. Außerdem wurde
der Innenangriff fortgesetzt. Um eine bessere Löschwirkung zu erzielen,
wurde dem Löschwasser Schaummittel zugesetzt. Außerdem wurde
das teilweise eingestürzte Dach großflächig geöffnet.
Nach drei Stunden konnte "Feuer aus" gemeldet werden. Die auswärtigen
Kräfte konnten nach und nach entlassen werden. Ab etwa 19 Uhr verblieb
noch ein Fahrzeug der Elmshorner Wehr zur Brandwache an der Einsatzstelle.
Es rückte gegen 20.13 Uhr ein. Das Großfeuer war wegen der
starken Rauchentwicklung - die Anwohner waren per Rundfunkdurchsage aufgefordert
worden Fenster und Türen geschlossen zu halten - nur unter schwerem
Atemschutz zu löschen gewesen. Insgesamt kamen 45 Träger zum
Einsatz. Einige von ihnen kamen mehrfach zum Einsatz. Der enorme Bedarf
an neuen Flaschen wurde vom Schlauchwagen der Kreisfeuerwehrzentrale sicher
gestellt. Die Elmshorner Bürgermeisterin Brigitte Fronzek informierte
sich vor Ort über den Verlauf der Löscharbeiten. Sie stellte
die Turnhalle der nahe gelegenen Grundschule Hafenstraße als Aufenthaltsort
für die erschöpften Einsatzkräfte zur Verfügung. Die
Ermittlungen zur Brandursache hat die Kripo aufgenommen. Der Sachschaden
dürfte mehrere 100.000 Euro betragen. (Text: KFV Pinneberg)
Die sofortige Aufnahme von Ermittlungen durch die Polizei Elmshorn führte
zu einem Hinweis, wonach es zu Streitigkeiten zwischen Bewohnern der Dachgeschosswohnung
gekommen war. Der
Beziehungsstreit dauerte bereits vom Vortage an, und so führten die
Ermittlungen zu dem aus der Wohnung gewiesenen 24jährigen berufstätigen
Elmshorner.Der Mann räumte ein, zur Tatzeit alkoholisiert gewesen
zu sein, als er auf dem Dachboden Abfall in Brand gesetzt und das Gebäude
daraufhin fluchtartig verlassen habe. Der Tatverdächtige wurde noch
am Sonnabend gegen 19.00 Uhr vorläufig festgenommen. Nach Durchführung
der erforderlichen kriminalpolizeilichen Maßnahmen wurde der Täter
nach Entscheidung der Staatsanwaltschaft Itzehoe auf freien Fuß
gesetzt. Er ist der Polizei bereits wegen anderer Delikte und Verstoß
gegen das Betäubungsmittelgesetz bekannt. Die Ermittlungen dauern
an. Der beschlagnahmte Brandort wird am Montag kriminaltechnisch untersucht.
(Text: Polizeidirektion Bad Segeberg)
Pressebericht des Kreisfeuerwehrverbandes Pinneberg: OTS-Meldung
KFV Pinneberg
Pressebericht des Polizeidirektion Segeberg: OTS-Meldung
PD Bad Segeberg
Homepage der Freiwilligen Feuerwehr Elmshorn: www.feuerwehr-elmshorn.de
Homepage der Freiwilligen Feuerwehr Klein Nordende: www.feuerwehr-klein-nordende.de
Fotostrecke

Die Einsatzstelle an der Kreuzung Klostersande/Hafenstraße
Kameraden der FF Elmshorn gehen von der Hafenstraße aus über
den Teleskopmast vor

Kameraden aus Seester bei Löscharbeiten aus der Drehleiter
der FF Elmshorn
Nachlöscharbeiten der Kameraden aus Seester und Elmshorn
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