Als die Freiwillige Feuerwehr Seester am vergangen Freitagvormittag mit Blaulicht und Martinhorn in die Dorfstraße zum Ev. Johannes-Kindergarten eilte, wussten alle 38 Kinder im Alter von 3 bis 6 Jahren Bescheid, denn es handelte sich um die Übung der örtlichen Feuerwehr im Rahmen der Brandschutzerziehung. Besonders mutig war die 6-jährige Lale, die sich bereit erklärt hatte, sich zusammen mit der Kindergartenleiterin Silke Hofrichter von zwei Feuerwehrmännern unter Atemschutz retten zu lassen. Die anderen Kinder hatten bereits mit ihren vier Erzieherinnen nach Auslösen des hausinternen Alarms die Einrichtung verlassen und konnten so aus sicher Entfernung die Rettung der beiden Vermissten sowie die Löscharbeiten der Feuerwehr verfolgen. Wie man sich im Ernstfall richtig verhält, das hatten die Kinder zwei Tage zuvor gelernt, denn da hatte an einem Vormittag der Brandschutzerzieher Frank Hinrichs mit Unterstützung seiner Kameraden Lars Dargusch und Lasse Krüger die theoretische Vorbereitung vorgenommen. Zunächst mussten die Feuerwehrmänner den vielen Fragen der Kleinen Rede und Antwort stehen: Seid ihr auch beim Feuer im Schafstall am Krücksperrwerk gewesen? oder Kommt Ihr auch, wenn meine Katze nicht mehr aus dem Baum kommt? und vieles mehr gab es zu beantworten. Anschließend wurde jeweils eine Erzieherin zur Feuerwehrfrau umfunktioniert: Nach dem die Kinder aufgezählt hatten, was ein richtiger Feuerwehrmann als Einsatzkleidung trägt, mussten die Erzieherinnen Schutzhose, Stiefel, Einsatzjacke, Helm und Sicherheitshandschuhe anziehen. Dazu gab es eine Erklärung, vor welchen Gefahren die einzelnen Kleidungsgegenstände schützen sollen. Danach gingen alle Kinder mit den Erzieherinnen und ihren Feuerwehrmännern in das Gerätehaus der Seesteraner Blauröcke. Im Anschluss rüstete der Feuerwehrmann Lars Dargusch sich vor allen Kindern mit einem Atemschutzgerät aus. Damit wollen wir den Kindern die Angst nehmen, denn für viele sehen wir dann aus wie Feuerwehrmonster mit den Masken im Gesicht, der Atemluftflasche auf dem Rücken und dem unheimlichen Pfeifgeräusch beim Atmen, so Brandschutzerzieher Frank Hinrichs. Nach dem es auch hier viele Fragen zu beantworteten galt, lernten die Kinder noch wie man richtig einen Notruf absetzt und ganz wichtig wie man sich bei einem Feuer im Kindergarten verhält. Dann kam aber für viele das Wichtigste: Wie ein richtiger Feuerwehrmann mit Wasser spritzen. Hierfür hatten die Brandbekämpfer das wehreigene Übungslöschhaus auf der Rasenfläche am Gerätehaus aufgebaut sowie richtige Schläuche ausgerollt und an einer Pumpe angeschlossen. Ausgerüstet mit Helmen und Handschuhen löschten die Kinder nun das Feuer im Übungshaus und hatten ihren Spaß. Ebenfalls zufrieden mit der Brandschutzerziehung und der Übung zeigte sich die Kindergartenleiterin Silke Hofrichter: Viele Kinder haben doch Angst vor den Feuerwehrmännern in Einsatzkleidung, vor allem auch wenn sie dann noch Atemschutz tragen. Durch die spielerische Art wird ihnen diese dann genommen und gibt den Kindern Sicherheit und Vertrauen.
Kindergartenkinder, Erzieherinnen und Feuerwehrleute beim Gruppenbild vor
der Kirche
Geschafft! Die 6-jährige Lale und Kindergartenleiterin Silke Hofrichter
wurden von den Seesterander Feuerwehrleuten aus dem Gebäude "gerettet"
Spaß muss sein: Nach der Räumungsübung durften die Kinder
ans Strahlrohr